Statements zum 40-jährigen Bestehen der Schweizer Jugendfilmtage
«Die Schweizer Jugendfilmtage sind der Ort, an dem ich meine ersten filmischen Werke an die Öffentlichkeit bringen konnte. Ein erstes Mal mitzuerleben, wie ein Publikum meinen Film sieht, wie es darauf reagiert und wie mein Film prämiert wird waren prägende Erlebnisse, die mir Kraft und Mut gaben, das Filmemachen weiterzuverfolgen. Ich weiss nicht, wo so etwas sonst möglich gewesen wäre. Meines Erachtens sind die Jugendfilmtage eine zentrale und unentbehrliche Nachwuchsförderinstitution in der Schweizer Filmlandschaft.»
– Jeshua Dreyfus, Regisseur «Halb so Wild», Gewinner Kategorie D 2010
«Als ich das erste Mal als Zuschauer an den Jugendfilmtagen teilnahm, wusste ich, dass ich nächste Jahr hier selber einen Film zeigen wollte. Zu sehen, was andere gleichaltrige Filmpassionierte machen, hatte eine sehr motivierende Wirkung auf mich. Ich hatte zuvor noch nie die Möglichkeit meine Filme einem Publikum zu zeigen und konnte zum ersten Mal erleben, wie dieses reagiert. Erst dank dem Feedback des Publikums und der Jury fühlte ich mich bestätigt den Weg zu gehen, den ich bis heute beschreite.»
– Luc Gut, Filmemacher, Videokünstler und audiovisueller Performer, Gewinner Kategorie D und Publikumspreis 2008
«Ich sehe die Jugendfilmtage als eine Art Sprungbrett: Ich habe jedes Jahr viele Leute kennengelernt, ein paar nenne ich heute sogar gute Freunde. Das Festival bietet Platz, um sich als junger Künstler zu engagieren und zu entfalten und ich denke, wenn ein Festival das schafft, kann es mehr als andere. Ich freue mich auf viele weitere Jahre und werde sicherlich jedes Jahr dabei sein, ob nun als Filmemacher oder -geniesser.»
– Yoldas Gündogdu, Regisseur «Augenblick» und Gewinner 3. Platz Kategorie C 2015
«Zum Jubeltag ganz herzliche Gratulation. Ich erinnere mich gerne an die Tage, wo ich in der Jury sass, tagelang, gelacht und gelitten habe und manchmal richtig kämpfen musste, damit mein Favorit lange und wenn möglich bis am Schluss im Rennen blieb. Denn als ich diesen vor Kraft und Sinnlichkeit strotzenden Preis sah, den wir da in jeder Kategorie vergeben durften, da war mir sofort klar: ein springender Panther macht sich im Wohnzimmer entschieden besser als ein Goldmännchen ohne Hirn und Hoden. (Ich wollte damals übrigens einen mitlaufen lassen, doch er gehorchte mir nicht.)»
– Alex Oberholzer, Filmredaktor, Radio24, ehemaliges Jurymitglied
«Schweizer Jugendfilmtage ist ein Schaufenster der jungen und sehr jungen Filmer. Ich will in dieses Schaufenster gaffen, damit ich weiss, was sie uns zeigen wollen und was sie zu erzählen haben. Die Kamera und die Leinwand sind ein tolles Hilfsmittel. Deshalb sollte jeder filmbegeisterte, junge Mensch in der Schweiz die Möglichkeit haben, sich damit auszudrücken. Sie brauchen keine Belehrung sondern Ausrüstung, Schnittplätze und Support durch Profis. Alle! Die Schweizer Jugendfilmtage ermöglichen es allen, wenn sie die Möglichkeit haben.»
– Barbara Terpoorten, Schauspielerin («Der Bestatter»,«Tatort», «Snow White») und Jurymitglied in 2015
«Die Schweizer Jugendfilmtage bieten als einziges Schweizer Filmfestival einen primären Zugang für junge NachwuchsfilmerInnen zum Film. Kein anderes Festival setzt so früh an und hat dadurch einen solch starken Impact auf die Identitätsbildung der jungen FilmerInnen. Wie oft habe ich von etablierten FilmemacherInnen gehört, dass der Preis, den sie an den SJFT gewonnen haben, der Wichtigste für sie war, weil er ihnen die Kraft und Zuversicht gab, auf diesem Weg weiter zu machen. Aus diesem Grund und auch wegen der sympathischen Atmosphäre und den einzigartigen Filme, die nur dort gesehen werden können, erachte ich die Schweizer Jugendfilmtage als eines der wichtigsten Festivals der Schweiz und wünsche dem Festival alles nur erdenklich Gute zu seinem 40. Geburtstag.»
– Delphine Lyner, kaufmännische Leiterin Zürcher Theater Spektakel und ehemalige Festivalleiterin der Schweizer Jugendfilmtage
«Ich begrüsse es sehr, wenn man mit 40 Jahren immer noch als Jungfilmer gilt. Das macht mir Hoffnung. Alles Gute zum Geburtstag!»
– Micha Lewinsky, Drehbuchautor, Regisseur und Teil der Jury der Jugendfilmtage 2013
«Meine Mitarbeit in der Jury der 36. Schweizer Jugendfilmtage 2012 zählt zu meinen schönsten beruflichen Erfahrungen überhaupt. Der Austausch mit meinen gleichermaßen individuellen wie fachkundigen Jury-KollegInnen – Cornelia Seitler, Marie-Elsa Sgualdo und Christian Frei – war spannend und bereichernd, das Spektrum der zu beurteilenden Werke sehr breit und die Kreativität der jugendlichen Filmschaffenden enorm und ihr Handwerk oft verblüffend souverän. Man kann sich nur wünschen, dass die Talente, die an den Jugendfilmtagen zu entdecken sind, ebenso viel Ausdauer entwickeln wie das Festival; Christoph Schaub hat es vorgemacht. Und die Jugendfilmtage selbst sollen mindestens weitere 40 Jahre weiter bestehen, denn die persönliche Begegnung mit geistesverwandten KünstlerInnen lässt sich durch kein virtuelles Netzwerk ersetzen.»
– Michel Bodmer, stv. Leiter beim Filmpodium
««Papa Genozid and his funky soul brother» wurde auf dem Fotoapparat unseres Vaters gedreht. Als wir den Film bei den Jugendfilmtagen einschicken wollten, meinte er, dass sei doch schade für das Porto. Zu seinem und auch unserem Erstaunen gewann der Film einen Preis. Mit unseren Filmen unterlaufen wir auch heute gerne Erwartungen.»
– Mischa und Nils Hedinger, Filmemacher, Regisseur «Papa Genozid», Gewinner 2. Platz Kategorie B 2003
«Für mich war der Wettbewerb ein wichtiger Einstieg in die Filmwelt und hat mir Auftrieb und Bestätigung gegeben, hart an meinem Traum Kameramann zu werden, zu arbeiten. Seit ca. 25 Jahren arbeite ich nun als Kameramann und konnte mir mein Hobby zum Beruf machen. Meine Arbeit besteht vor allem in Bereich der 2nd Unit Stuntaufnahmen für internationale Produktionen. So durfte ich in diversen James Bond Filmen / Band of Brothers von Steven Spielberg und gerade letztes Jahr bei Point Break von Ericson Core als 2nd Unit Kameramann / Operateur arbeiten. Ich denke, dass auch heute, ob auf Nikon / Blackmagic / Alex / Red / GoPro und wie sie alle heissen gedreht wird, eines gleich geblieben ist: Es sind die Geschichten, die erzählt werden, die zählen.Geschichten die ans Herz gehen, die bewegen und einem träumen lassen. Heute würde man vielleicht nicht mehr sagen „das Zelluloid aus dem die Träume sind“ man würde vielleicht sagen, es sind die Pixel aus denen die Träume entstehen. Besten Dank für die riesige Arbeit diesen Anlass 40 Jahre lang durchzuführen und neuen Talenten damit ein Sprungbrett zu geben.»
– Christoph Frutiger, Filmemacher
«Die Schweizer Jugendfilmtage sind eine nicht wegzudenkende und wegweisende Plattform für junge Filmemacher. Ich hoffe, dass es sie mindestens noch weitere 40 Jahre geben wird. Ich durfte an den Filmtagen erste Festival-Luft schnuppern, die ich bis heute sehr präsent habe: Hosen runter lassen, den Film auf grosser Leinwand einem neugierigen, aber auch kritischen Publikum zeigen, die Gespräche nach dem Film, interessante Workshops und vielleicht sogar den goldenen Panter mit nach Hause nehmen, das hat schon sehr viel Spass gemacht. Ich habe sogar einmal den Trailer für die Jugendfilmtage gemacht, was wiederum die Idee für einen resultierenden Kurzfilm („Ich bin’s Helmut“) war. Die Jugendfilmtage sind ein wichtiger Baustein meines bisherigen Schaffens. Weiter so, liebe Jugendfilmtage!»
– Nicolas Steiner, Regisseur «Snatch & Kittie», Gewinner Kategorie D 2007
«Meine beiden ersten Preise an den Schweizer Jugendfilmtagen, kurz vor und kurz nach der Ausbildung an der Niederländischen Filmakademie, haben mir den vielleicht entscheidenden Boost gegeben, um mich im Filmbusiness zu behaupten. Dafür ewig Dank!»
– This Lüscher, heute im Vorstand der Schweizer Jugendfilmtage, damals Teilnehmer und Regisseur «Off Beat», Gewinner Kategorie D 1999
«Das Jugendfilmfestival zeichnet Ideen und Herzblut aus statt Perfektion. Als junger, unerfahrener Filmemacher hat es mir extrem geholfen meine ersten Gehversuche ausserhalb meiner Komfortzone zu machen.»
– David Oesch, Regisseur «Du Bist Raus», Gewinner 2. Platz Kategorie D 2007
«Nun ja, erste Anzeichen machten sich in Form zunehmender Verhärtung der Augenringe bemerkbar. Darauf folgten diskriminierende Mehrkosten im öffentlichen Verkehr und miserable Aussichten auf eine Juwo-Wohnung. Ein geradezu jugendlicher Anfall führte zum Kieferbruch. Schwarz auf Weiss endete meine Jugend schliesslich bei den Einreichebestimmungen der Jugendfilmtage in der Kategorie E bis 30. Trotzdem: So lange mein Augenlicht einen Hauch von Bewegung registrieren kann, werde ich auch in fortgeschrittenem Alter hingehen. In diesem Sinne alles Gute zum Geburtstag!»
– Jan-Eric Mack, Regisseur «Island» Gewinner Spezialpreis 2013
«Die Schweizer Jugendfilmtage sind die kreative Einstiegsbühne des professionellen Filmes von morgen! Als Mittelschullehrperson schätze ich sehr, dass meine Schülerinnen und Schüler seit Jahren eine Leinwand für ihre ersten Werke erhalten und sich mit anderen JungfilmerInnen vergleichen und austauschen können. So werden sie motiviert und übertragen diese Energie auch wieder in den Schulalltag. Merci vielmals, Jugendfilmtage!»
– Katharina Meyer, Mittelschullehrerin Bildnerisches Gestalten am Gymnasium
«Einer meiner Lieblingsfilme ist «Some Like It Hot» von Billy Wilder, von dem noch einige andere Weisheiten stammen. Z.B. diese: „Preise sind wie Hämorrhoiden. Früher oder später bekommt sie jedes Arschloch.“ Daran denke ich immer, wenn ich wieder mal einen Preis bekomme oder, was öfters passiert, nicht bekomme 😀 Ich gratuliere zum Jubiläum und wünsche den Jugendfilmtagen ein langes und wildes Leben! Seid mutig und frech und denkt daran – langweilige alte Säcke könnt ihr später noch lange genug sein!»
– Men Lareida, Regisseur «Pofonok» Kategorie D 1999
«Junge kreative Nachwuchs-Filmende, die ihre Geschichten erzählen. Die Jugendfilmtage sind seit Jahrzehnten der ultimative Ort, Talente zu entdecken!»
– Rolf Heusser, Vorstand Jugendfilmtage
